Schlagwort: Fehleinstellung

  • Mit diesen Assessment Center Übungen lernst du alles über deine Bewerber:innen

    Mit diesen Assessment Center Übungen lernst du alles über deine Bewerber:innen

    Was bei vielen Kandidat:innen eher Stress auslöst, verbinden Recruiter:innen mit ganz anderen Begriffen. Aus Recruitersicht geht es beim Assessment Center viel mehr um psychologische Aspekte und die Möglichkeit, Bewerber:innen möglichst unverstellt kennenzulernen. Dafür bilden Assessment Center Übungen eine gute Grundlage, weshalb wir dir hier die wichtigsten Übungen kurz vorstellen wollen!

    Assessement Center Übung „Selbstpräsentation“

    Wie läuft die Übung ab?

    Bei der Selbstpräsentation sollen sich die Kandidat:innen in Form eines Kurzvortrags selbst vorstellen. Inhaltlich geht es dabei um die wichtigsten Stationen in ihrem Leben, Stärken und Schwächen und gegebenenfalls einen Bezug zur Stelle und dem Unternehmen. Manche Unternehmen geben auch ein Thema vor, das erarbeitet werden soll. Dafür erhalten die Bewerber:innen einige wenige bis maximal 10 Minuten Zeit, je nach dem, wie hoch der Stresslevel sein soll. Der anschließende Vortrag sollte daher 3 bis 5 Minuten dauern.

    Welche Skills / Eigenschaften werden damit abgeprüft?

    • souveränes Auftreten
    • Präsentationssicherheit
    • Selbstvermarktung, Präsentation der eigenen Stärken
    • Stressresistenz
    • Kommunikation
    • Medienkompetenz

    Assessment Center Übung „Postkorb“

    Wie läuft die Übung ab?

    In der Postkorb-Übung wird eine Arbeitssituation simuliert. Du gibst deinen Kandidat:innen einen fiktiven E-Mail-Posteingang vor, in dem 15 bis 20 zum Teil voneinander abhängige Aufgaben auf sie warten. Die Bewerber:innen müssen diese dann priorisieren und bearbeiten oder delegieren. Erschwert wird die Übung dadurch, dass sich Vieles überschneidet oder sogar widerspricht und einige Aufgaben mit einer Deadline versehen sind.

    Sie müssen also genau überlegen, was sie am besten sofort erledigen, was sie delegieren und was sie auf einen späteren Zeitpunkt verschieben wollen. Wie viel Zeit du gibst, hängt davon ab, wie viele Aufgaben du vorgibst und wie hoch der Zeitdruck sein soll. In der Regel wird ein Zeitlimit von 20 bis 60 Minuten gesetzt. In einem anschließenden Gespräch lässt du dir dann erklären, warum die Bewerber:innen so entschieden haben.

    Welche Skills / Eigenschaften werden damit überprüft?

    • Stressresistenz
    • Organisationstalent
    • Entscheidungsfähigkeit
    • Konzentrationsfähigkeit
    • Auffassungsgabe
    • Geschwindigkeit

    Assessment Center Übung „Gruppendiskussion“

    Wie läuft die Übung ab?

    Für eine Gruppendiskussion lädst du mehrere Kandidat:innen für den selben Tag ein. Bei dieser Aufgabe lässt du deine Kandidat:innen ein vorgegebenes Thema kontrovers diskutieren. Dabei gibst du eine These vor, die dann aus verschiedenen Perspektiven von den Bewerber:innen beleuchtet und besprochen werden soll. Du kannst ebenfalls die Positionen vorgeben, die eingenommen werden sollen. Was einfach klingt ist aus Bewerbersicht eine große Herausforderung, denn sie müssen sich in einen direkten Schlagabtausch mit ihren Konkurrent:innen begeben. Somit ist der Wettbewerb untereinander in keiner anderen Übung so groß, wie bei der Gruppendiskussion.

    Du kannst dabei beobachten, wie deine Kandidat:innen mit Kritik umgehen, ob sie sachlich argumentieren, ob sie eher konfrontativ oder eher moderierend vorgehen und ob sie andere von ihrer Meinung überzeugen können. Damit ist die Gruppendiskussion eine sehr schöne Methode, um bereits viel über das Verhalten deiner Kandidat:innen in alltäglichen Situationen zu erfahren. Außerdem gehört sie zu den Assessment Center Übungen, bei denen du gleich etwas über mehrere Kandidat:innen gleichzeitig erfährst. Falls du nur einen Bewerber hast, kannst du den Rest der Gruppe auch durch eigenen Mitarbeiter:innen stellen.

    Welche Skills / Eigenschaften werden damit überprüft?

    • Überzeugungskraft
    • Durchsetzungsfähigkeit
    • Argumentationsstruktur
    • Umgang mit Kritik
    • Sozialkompetenz
    • Konfliktfähigkeit
    • Kommunikationsstärke
    • Feingefühl
    • Führungskompetenz

    Assessment Center Übung „Rollenspiel“

    Wie läuft die Übung ab?

    Beim Rollenspiel lasst ihr eure Bewerber:innen eine Situation aus dem Arbeitsalltag nachstellen. Rollenspiele werden häufig durch eigene Mitarbeiter:innen oder Führungskräfte unterstützt, die dann eine Rolle in dem Gespräch einnehmen. In der Regel werden die Bewerber:innen in eine recht unangenehme Situation gebracht, in der die anderen Teilnehmer:innen beispielsweise für eine zusätzliche Eskalation sorgen. Dabei kann es sich um ein Kundengespräch handeln, bei dem zum Beispiel der Kunde sehr unzufrieden ist. Oder du lässt sie ein Mitarbeitergespräch führen, bei dem unangenehme Themen besprochen werden müssen. Die vorgegebene Situation kannst du dabei auf die Stelle anpassen. Die Bewerber:innen werden dadurch enorm unter Stress gesetzt und auf die Probe gestellt.

    Für diese AC-Übung solltet ihr den Kandidat:innen ca. 10 bis 20 Minuten Vorbereitungszeit geben. Für das Rollenspiel an sich solltet ihr ca. 20 bis 30 Minuten einplanen.

    Welche Skills / Eigenschaften werden damit überprüft?

    • Konfliktfähigkeit
    • Kommunikationsstärke
    • Problemlösungsverhalten
    • Feingefühl / Einfühlungsvermögen
    • Führungskompetenz
    • Überzeugungskraft

    Assessment Center Übung „Fallstudie“

    Wie läuft die Übung ab?

    Die Fallstudie gibt es sowohl als Einzel- wie auch als Gruppenaufgabe. Hierbei werden die Kandidat:innen in einen konkreten Fall aus dem Unternehmen eingeführt. Den Fall kannst du dabei auf die Stelle anpassen. Anschließend sollen die Kandidat:innen eine konkrete Lösung präsentieren. Die Übung zielt somit auf das Fachwissen der Bewerber:innen ab. Überdies geht es aber auch um ihre  Problemlösungskompetenz sowie die Fähigkeit zum analytischen Denken. Für die Fallstudie solltet ihr ca. 20 Minuten einplanen. Die Übung funktioniert ohne Vorbereitungszeit, die Kandidat:innen werden direkt ins Geschehen gestoßen.

    Welche Skills / Eigenschaften werden damit überprüft?

    • Lösungsorientiertheit
    • Analytisches Denkvermögen
    • Entscheidungskompetenz
    • Strategisches Denken
    • Fachkompetenz

    Fazit

    Assessment Center Übungen bieten euch eine hervorragende Möglichkeit, eure Bewerber:innen besser kennenzulernen und somit potenzielle Fehleinstellungen vermeiden. Denn in diesen Stress- und Prüfungssituation fällt es in der Regel sehr schwer, sich zu verstellen. Wenn jemand nicht sehr gut mit Stress umgehen kann, kann er in der Übung nicht so tun, als wäre das doch der Fall. Wenn jemand nicht lösungsorientiert denkt, wird er es in der Übung auch nicht tun. Andersherum entdeckt ihr vielleicht auch verborgene Talente an Kandidat:innen, die sich selbst eher unterschätzen. Ihr solltet deshalb nicht auf diese Möglichkeit verzichten, mehr über eure Bewerber:innen zu erfahren. Auch eure Bewerber:innen wachsen an diesen Situationen, sodass es am Ende auf win-win hinausläuft.

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    Häufige Fragen zu Assessment Center Übungen

    Was sind typische AC-Aufgaben?

    Typische Aufgaben sind die Selbstpräsentation, das Rollenspiel, Gruppendiskussionen, Fallstudien sowie Rollenspiele.

    Welche Arten von Assessment Center Übungen gibt es?

    Es gibt Einzelübungen, Gruppenübungen, Präsentationen sowie Tests.

    Was wird mit der AC-Übung Selbstpräsentation überprüft?

    Souveränes Auftreten, Präsentationssicherheit, Selbstvermarktung, Präsentation der eigenen Stärken, Stressresistenz und Kommunikationsfähigkeit.

    Was wird mit der AC-Übung Postkorb überprüft?

    Stressresistenz, Organisationstalent, Entscheidungsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit, Auffassungsgabe sowie Geschwindigkeit.

    Was wird mit der AC-Übung Gruppendiskussion überprüft?

    Umgang mit Kritik, Stressresistenz, Konfliktfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit, Kommunikation, Feingefühl, Führungskompetenz und Überzeugungskraft.

    Was wird mit der AC-Übung Rollenspiel überprüft?

    Kommunikation, Einfühlungsvermögen, Empathie, Konfliktfähigkeit, Überzeugungskraft sowie Kompromissbereitschaft.

  • Wie kann ich Fehleinstellungen vermeiden?

    Wie kann ich Fehleinstellungen vermeiden?

    Fehleinstellungen – der Albtraum im Recruiting. Bei manchen Kandidat:innen hat man schon am ersten Arbeitstag das Gefühl: Ups, das passt irgendwie doch nicht so. Du kennst das? Dann lies jetzt weiter und erfahre, wie du Fehleinstellungen vermeidest.

    Mehr als jede zweite Führungskraft hat in den vergangenen zwölf Monaten eine Stelle unpassend besetzt. Das ist das Ergebnis einer Arbeitsmarktstudie von Robert Half aus dem Jahr 2021. Der Hauptgrund: Es wurde jemand eingestellt, der den Anforderungen der Stelle fachlich nicht gerecht wurde. Doch warum passiert das so häufig?

    Die Gründe dafür sind vielschichtig: Manchmal gibt es einfach keine passenden Bewerber:innen, manchmal sitzt der Fokus bei der Einstellung zu stark auf den Soft Skills und der Unternehmenskultur, manchmal ergibt sich aus den Gesprächen einfach kein richtiges Bild der Bewerber:innen. Und manchmal treffen auch Bewerber:innen eine falsche Entscheidung, wenn sie sich trotz schlechtem Bauchgefühl für eine Stelle entscheiden. Die gute Nachricht: Gegen die meisten Probleme lassen sich einfache Maßnahmen ergreifen und Fehleinstellungen vermeiden.

    Was kann dir helfen, Fehleinstellungen zu vermeiden?

    Kenne die häufigsten Ursachen für eine Fehleinstellung

    Robert Half kommt in seiner Studie zu dem Ergebnis, dass 57 Prozent der befragten Personalverantwortlichen sich bei der Einstellung zu stark auf die Soft Skills und den Cultural Fit versteift haben. Dadurch sind fachliche Kompetenzen in den Hintergrund gerückt.

    Ein weiterer, wichtiger Grund, wie es zu Fehleinstellungen kommt, ist, dass die Kenntnisse und Erfahrungen der Bewerber:innen falsch eingeschätzt werden. Hier kann man durch sehr gezieltes Fragen Abhilfe schaffen. Recruiter:innen sollten die Informationen über Bewerber:innen systematisch erfassen und Lebensläufe grundsätzlich komplett und chronologisch im Bewerbungsgespräch durchsprechen. Auch frühere Stellen sind aufschlussreich – selbst dann, wenn sie in einem anderen Beruf absolviert wurden.

    Die häufigsten Gründe für eine Fehleinstellung im Überblick:

    • Es herrschen unterschiedliche Erwartungen auf Bewerber- und Arbeitgeberseite
    • Die Besetzung war ein Kompromiss aufgrund von Mangel an passenden Bewerber:innen
    • Die Kenntnisse und Erfahrungen der Bewerber:innen wurden falsch eingeschätzt
    • Bewerber:innen passen nicht ins Team, kein „Cultural fit“

    So kannst du Fehleinstellungen vermeiden

    Entwerfe ein Bild von deinen Traumkandidat:innen

    Dies ist eigentlich eine Übung für Bewerber:innen, funktioniert aber auch umgedreht. So wie man Bewerber:innen rät, sich Gedanken über ihre Traumstelle zu machen, sollten auch Recruiter:innen überlegen, wie ihre Traumkandidat:innen aussehen. So wird schnell klar: Wo liegt mein Fokus? Was ist mir besonders wichtig für diese Stelle? Dieses Bild kann dann als Diskussionsgrundlage dienen bei der Entscheidung für oder gegen eine:n Bewerber:in. Wichtig ist: Reflektiere, ob das entworfene Bild wirklich zu den Anforderungen der Stelle passt. Stehen bei dir Eigenschaften wie Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit an erster Stelle, solltest du vielleicht überlegen, ob die fachlichen Skills zu wenig Beachtung finden.

    Identifiziere unverzichtbare Kompetenzen

    Dieser Schritt erleichtert die Vorauswahl der Bewerber:innen, er verkürzt den Bewerbungsprozess für nicht geeignete Kandidat:innen und spart damit wertvolle Ressourcen.

    Bewerber:innen genau prüfen

    Wie bereits erwähnt, sollten in einem Vorstellungsgespräch alle beruflichen Stationen zur Sprache kommen. Der Lebenslauf der Bewerber:innen bildet hier die Grundlage. Mit ein paar einfachen Tricks kannst du mehr aus den Gesprächen holen, um dich am Ende für die geeigneteren Kandidat:innen zu entscheiden.

    Situative Fragen stellen

    Diese Fragetechnik macht es den Bewerber:innen schwer, Fähigkeiten für sich zu beanspruchen, die sie vielleicht gar nicht haben. Ein Beispiel: Die Frage „Bist du durchsetzungsfähig?“ wird umformuliert in „Erzähl mir eine Situation, in der du durchsetzungsfähig warst“. Hier sind die Bewerber:innen gezwungen, viel mehr von sich preiszugeben.

    Systematisch Fragen

    Diesen Punkt thematisieren auch Geoff Smart und Randy Street in ihrem New York Times Bestseller „Who – Solve Your #1 Problem“. In dem Buch entwerfen die beiden Autoren einen Recruiting-Prozess, der darauf abzielt, die besten Kandidat:innen zu finden, die sogenannten A-Kandidat:innen. Dafür haben sie mehrere, aufeinander aufbauende Interviews entwickelt und legen dabei besonderes Augenmerk auf die Frage, warum ein:e Angestellte:r seinen früheren Job verlassen hat. Klassische A-Kandidat:innen werden von größeren Aufgaben angezogen, während C-Kandidat:innen oft aus dem Job entlassen wurden oder aufgrund von Problemen gegangen sind, so die Annahme.

    Arbeitsproben einfordern und besprechen

    Arbeitsproben sind ein gängiges Mittel, um die Leistung der Bewerber:innen einschätzen zu können. Diese können dann auch zum Gegenstand des Gesprächs werden. Auch hier kann man wieder viel über die Bewerber:innen erfahren, indem man die Arbeitsprobe in einen situativen Kontext setzt: Statt nur das Ergebnis zu betrachten, könnte gefragt werden: Wie bist du dabei vorgegangen? Was ist dir besonders schwer / leicht gefallen?

    Interne Talente erkennen und fördern

    Ein Blick in die eigenen Reihen lohnt sich aus mehreren Gründen: Interne Aufstiegschancen wirken sich auf viele Mitarbeiter:innen motivierend aus. Außerdem kennst du die Kandidat:innen bereits und hast ein gutes Bild von ihren fachlichen Fähigkeiten. Und auch die Teamfähigkeit bzw. der Cultural fit sind hier schon kein Thema mehr.

    Du willst mehr Tipps wie diese und hast Lust auf einen Austausch auf Augenhöhe? Dann sicher dir jetzt dein Ticket für die DRX- die digital Recruting Conferenz & Expo in Düsseldorf am 09. und 10. März 2023 in Düsseldorf! Hier erfährst du alles über modernes Recruiting und erhältst an zwei Tagen die besten Tipps von über 50 Speakern.

    Häufige Fragen (FAQ) zum Thema Fehleinstellungen vermeiden

    Was sind häufige Ursachen für Fehleinstellungen?

    Häufige Ursachen für Fehleinstellungen sind ein zu starker Fokus auf Soft Skills und den Cultural Fit der Bewerber:innen.

    Wie lassen sich Fehleinstellungen vermeiden?

    Durch gezieltes Fragen und der Anwendung von Fragetechniken, wie beispielsweise dem situativen Fragen, lassen sich Fehleinstellungen reduzieren, weil dadurch mehr Informationen über die Bewerber:innen gewonnen werden.

    Was sollte vor dem Bewerbungsprozess passieren?

    Um Fehleinstellungen zu vermeiden, hilft es, sich ein Bild von dem/der Traumkandidat:in zu machen und auf dieser Grundlage die Anforderungen zu reflektieren. Außerdem sollten unverzichtbare Kompetenzen festgelegt werden, die auf keinen Fall fehlen dürfen. Anhand dieser Kompetenzen lassen sich dann nicht geeignete Bewerber:innen schon aussortieren.