Das sind die besten Methoden 2022

Active Sourcing: So findest du heute die besten Mitarbeiter:innen

Active Sourcing Methoden

Immer mehr Fachkräfte werden nur noch über "Active Sourcing", also dem gezielten Anschreiben potentieller guter Mitarbeiter gefunden. Der erste Schritt erfolgt meist digital. © insta_photos - stock.adobe.com

Inhaltsverzeichnis
Der Fachkräftemangel ist in vielen Branchen schon Realität. Wie findest du in Zukunft noch die besten Mitarbeiter:innen? Active Sourcing ist der Schlüssel: Du gehst proaktiv auf mögliche Bewerber zu. Das erfordert einiges Fingerspitzengefühl, denn für viele Personaler:innen ist es neu. Wie funktioniert das, welche Methoden und Tools gibt es? Hier erfährst du alles, was du wissen musst.

Definition – Was ist Active Sourcing?

Active Sourcing ist die Direktansprache potenzieller Mitarbeiter:innen. Die Recruiter:innen schreiben also nicht nur eine Stelle aus und warten auf eingehende Bewerbungen. Sie suchen nach passenden Kandidat:innen und sprechen die passiven Talente dann aktiv an. Der Großteil dieser Talente hat allerdings längst einen Job – diese Methode ist also die zeitgemäßere Formulierung für „Abwerben“.

Personalgewinnung – Ist Active Sourcing die Zukunft?

Kurze Antwort: Ja, denn viele Unternehmen werden zukünftig nicht um Active Sourcing herumkommen. Der “War for Talents” wird härter. Der Mangel an Fachkräften ist in vielen Branchen schon jetzt Realität. Im Fachkräftereport 2021 des Deutschen Industrie- und Handelskammertag gingen schon 85 % der Betriebe von negativen Folgen durch zunehmenden Fachkräftemangel aus.

Bedeutet das automatisch, dass Personaler:innen die aktive Rolle übernehmen müssen? Eine spannende Studie der Universität Bamberg kommt zu dem Ergebnis, dass immer mehr Kandidat:innen (positiv) auf Direktansprache reagieren. Der Schritt von Stellenausschreibungen zu Profilausschreibungen + aktiver Ansprache ist daher nur logisch. Ehemalige Bewerber:innen werden mit jedem Jahr mehr zu Umworbenen.

Vorteile – Wie du von Active Sourcing profitierst

Wenige, heiß umkämpfte Fachkräfte sind zunächst mal keine schöne Aussicht. Active Sourcing bedeutet für Personalabteilungen auch, dass sie viel Neues lernen müssen. Damit du nicht den Mut verlierst, zunächst die drei größten Vorteile.

  1. Du findest wirklich passende Mitarbeiter:innen: Passive Kandidat:innen anzusprechen war vor wenigen Jahren eine absolute Ausnahmeerscheinung. Bald wird es unumgänglich sein, denn nur hier wartet der Großteil von Fachkräfte und Spezialisten. Digitales Headhunting ist angesagt.
  2. Du sparst Geld: Sicher nicht ab der ersten Minute. Mittelfristig wirst du mit Active Sourcing aber deine Ausgaben verringern. Sobald deine Prozesse einmal etabliert ist, arbeitet die eigene Personalabteilung deutlich günstiger als externe Headhunter und Personalvermittler.
  3. Du sparst Zeit: Aller Anfang ist schwer. Wenn deine Active Sourcing-Strategien und -Methoden einmal etabliert sind, bedeutet das ordentliche Zeitersparnis. Du wirst merklich weniger Vorstellungsgespräche führen, die eher aus Mangel an Alternativen zustande kamen.

Methoden – Wie Active Sourcing in 5 Schritten funktioniert

Welche Strategien und Methoden führen zu den besten Mitarbeiter:innen? Gibt es ein Active Sourcing-Musterschreiben? Was müssen Recruiter mitbringen, wenn sie zukünftig zu Headhuntern werden? Auf welche Tools und Ressourcen greifst du zurück, wenn du erfolgreich sein willst? Hier bekommst du deine Anleitung für Mitarbeiter:innengewinnung 2022.

1. Zielgruppe festlegen

Kenne deine Zielgruppe ganz genau! Nur so findest du bspw. Nischenforen, in denen sich deine Kandidat:innen aufhalten. Je ausgereifter deiner Vorstellung sind, desto gezielter kannst du Personen ansprechen. Klasse, statt Masse. Aus Kununu-Bewertungen kannst du wunderbar ableiten, was deine Zielgruppe bewegt. In deiner Funktion als Headhunter:in musst du eine Menge Empathie mitbringen. Überlege dir, welche Benefits jemanden zum Job-Wechsel motivieren werden?

2. Zielgruppe finden

Mache dir bewusst, dass es mehr als genug interessierte Menschen für dein Stellenangebot gibt. Du musst nur herausfinden, wo sich diese Menschen online versammeln. Zunächst fallen dir sicher klassische Business-Netzwerke wie Xing und LinkedIn ein. Aber auch andere Social-Media-Plattformen sind für deine Suche und Ansprache geeignet. Vor allem, wenn dein Unternehmen schon auf Social Recruiting setzt, kannst du über Facebook oder Instagram oder TikTok neue Talente kennenlernen. Fast völlig ungenutzt sind (noch) Messenger-Dienste wie WhatsApp. Ein wichtiger Tipp: Für viele Branchen gibt es auch eigene Foren, in denen sich Fachkräfte austauschen.

3. Mit Individualität punkten

Du würdest dich sicher über ein Active Sourcing-Musteranschreiben freuen. Um es kurz zu machen: Es gibt keine Vorlage, weil es gar keine (langfristig) funktionierende Vorlage geben kann. Jede Stellenausschreibung bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Also müssen deine Nachrichten immer angepasst werden. Oder würdest du auf eine offensichtliche Massenmail enthusiastisch reagieren? Wie steigerst du mit einer individuellen Note, die Antwortrate auf deine Anfragen enorm? Auch hier gilt natürlich, dass nicht alles für jeden funktioniert. Finde deinen eigenen Stil!

4. Den Talentpool aufbauen

Im Idealfall verfügt dein Unternehmen längst über einen Talentpool. Darunter zählen alle Menschen, die schon mal in irgendeiner Form mit deinem Unternehmen verbunden waren: ehemalige Praktikant:innen und Werkstudent:innen, Kooperationspartner oder Kontakte von Fachmessen sein. Für dich sehr praktisch, denn hier hast du die Kontaktdaten schon in der Hand. Und dein Unternehmen hat, dank klugem Employer Branding, längst einen positiven Eindruck hinterlassen.

5. Kostenpflichtige Tools einsetzen

Ganz ohne Investitionen geht es kaum. Aber die lohnen sich. Mit den Klassikern „LinkedIn Recruiter“ und dem „Xing Talentmanager“ bist du schon sehr gut aufgestellt. Vor allem im Tool-Bereich gibt es auch immer wieder spannende Neuerung, die dir die Arbeit erleichtern. “Talentwunder” z.B. bietet dir Zugang zu mehr als 1 Mrd. Profilen aus über 30 Recruiting-relevanten Netzwerken. Behalte diese Entwicklungen im Blick, denn auch im Recruiting-Bereich ändern sich gut funktionierende Prozesse immer schneller.

Fazit

Was früher als “Abwerben” verpönt war, wird als Active Sourcing die Zukunft vieler Personaler:innen bestimmen. Das ist eine große Veränderung, aber kein unlösbares Problem. Sei dir bewusst, wer deine Zielgruppe ist. Baue mit Individualität Vertrauen auf. Behalte Neuerung im Bereich Social-Media-Plattformen und Nischenkanäle im Blick. Das sind die Leitlinien für deine erfolgreichen Active Sourcing-Strategien 2022. Noch mehr praxiserprobtes Expertenwissen erwartet dich natürlich auf der DRX.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Jagd nach den besten Mitarbeiter:innen!

FAQ

Was ist Active Sourcing?

Active Sourcing beschreibt eine Strategie zur Mitarbeiter:innen-Gewinnung. Dabei werden vielversprechende Kandidat:innen gezielt angesprochen, auch wenn sie sich in einem Arbeitsverhältnis befinden.

Wie sieht ein Active Sourcing-Anschreiben aus?

So individuell wie das Bewerberprofil, das du besetzten möchtest. Mit standardisierten Massenmails wirst du keine stark umworbenen Fachkräfte zum Jobwechsel animieren. Stelle die Benefits deines Angebots klar heraus und erkläre, warum dein Unternehmen die bessere Wahl ist – abseits des Gehalts.

Was müssen Personaler:innen beim Active Sourcing beachten?

Sei empathisch und einzigartig. Jetzt bist du in der Position eines Bewerbenden. Vertrauen zu deinen Kandidat:innen aufbauen, ist das A & O. Viele Menschen sind potenziell bereit, ihre Anstellung zu wechseln: Respektiere aber in jedem Fall ihren Wunsch nach Diskretion, auch wenn ihr euch nicht einig werdet.