Schlagwort: Mitarbeiter

  • Active Sourcing: So findest du heute die besten Mitarbeiter:innen

    Active Sourcing: So findest du heute die besten Mitarbeiter:innen

    Definition – Was ist Active Sourcing?

    Active Sourcing ist die Direktansprache potenzieller Mitarbeiter:innen. Die Recruiter:innen schreiben also nicht nur eine Stelle aus und warten auf eingehende Bewerbungen. Sie suchen nach passenden Kandidat:innen und sprechen die passiven Talente dann aktiv an. Der Großteil dieser Talente hat allerdings längst einen Job – diese Methode ist also die zeitgemäßere Formulierung für „Abwerben“.

    Personalgewinnung – Ist Active Sourcing die Zukunft?

    Kurze Antwort: Ja, denn viele Unternehmen werden zukünftig nicht um Active Sourcing herumkommen. Der “War for Talents” wird härter. Der Mangel an Fachkräften ist in vielen Branchen schon jetzt Realität. Im Fachkräftereport 2021 des Deutschen Industrie- und Handelskammertag gingen schon 85 % der Betriebe von negativen Folgen durch zunehmenden Fachkräftemangel aus.

    Bedeutet das automatisch, dass Personaler:innen die aktive Rolle übernehmen müssen? Eine spannende Studie der Universität Bamberg kommt zu dem Ergebnis, dass immer mehr Kandidat:innen (positiv) auf Direktansprache reagieren. Der Schritt von Stellenausschreibungen zu Profilausschreibungen + aktiver Ansprache ist daher nur logisch. Ehemalige Bewerber:innen werden mit jedem Jahr mehr zu Umworbenen.

    Vorteile – Wie du von Active Sourcing profitierst

    Wenige, heiß umkämpfte Fachkräfte sind zunächst mal keine schöne Aussicht. Active Sourcing bedeutet für Personalabteilungen auch, dass sie viel Neues lernen müssen. Damit du nicht den Mut verlierst, zunächst die drei größten Vorteile.

    1. Du findest wirklich passende Mitarbeiter:innen: Passive Kandidat:innen anzusprechen war vor wenigen Jahren eine absolute Ausnahmeerscheinung. Bald wird es unumgänglich sein, denn nur hier wartet der Großteil von Fachkräfte und Spezialisten. Digitales Headhunting ist angesagt.
    2. Du sparst Geld: Sicher nicht ab der ersten Minute. Mittelfristig wirst du mit Active Sourcing aber deine Ausgaben verringern. Sobald deine Prozesse einmal etabliert ist, arbeitet die eigene Personalabteilung deutlich günstiger als externe Headhunter und Personalvermittler.
    3. Du sparst Zeit: Aller Anfang ist schwer. Wenn deine Active Sourcing-Strategien und -Methoden einmal etabliert sind, bedeutet das ordentliche Zeitersparnis. Du wirst merklich weniger Vorstellungsgespräche führen, die eher aus Mangel an Alternativen zustande kamen.

    Methoden – Wie Active Sourcing in 5 Schritten funktioniert

    Welche Strategien und Methoden führen zu den besten Mitarbeiter:innen? Gibt es ein Active Sourcing-Musterschreiben? Was müssen Recruiter mitbringen, wenn sie zukünftig zu Headhuntern werden? Auf welche Tools und Ressourcen greifst du zurück, wenn du erfolgreich sein willst? Hier bekommst du deine Anleitung für Mitarbeiter:innengewinnung 2022.

    1. Zielgruppe festlegen

    Kenne deine Zielgruppe ganz genau! Nur so findest du bspw. Nischenforen, in denen sich deine Kandidat:innen aufhalten. Je ausgereifter deiner Vorstellung sind, desto gezielter kannst du Personen ansprechen. Klasse, statt Masse. Aus Kununu-Bewertungen kannst du wunderbar ableiten, woran deine Zielgruppe interessiert ist. In deiner Funktion als Headhunter:in musst du eine Menge Empathie mitbringen. Überlege dir, welche Benefits jemanden zum Job-Wechsel motivieren werden?

    2. Zielgruppe finden

    Mache dir bewusst, dass es mehr als genug interessierte Menschen für dein Stellenangebot gibt. Du musst nur herausfinden, wo sich diese Menschen online versammeln. Zunächst fallen dir sicher klassische Business-Netzwerke wie Xing und LinkedIn ein. Aber auch andere Social-Media-Plattformen sind für deine Suche und Ansprache geeignet. Vor allem, wenn dein Unternehmen schon auf Social Recruiting setzt, kannst du über Facebook oder Instagram oder TikTok neue Talente kennenlernen. Fast völlig ungenutzt sind (noch) Messenger-Dienste wie WhatsApp. Ein wichtiger Tipp: Für viele Branchen gibt es auch eigene Foren, in denen sich Fachkräfte austauschen.

    3. Mit Individualität punkten

    Du würdest dich sicher über ein Active Sourcing-Musteranschreiben freuen. Um es kurz zu machen: Es gibt keine Vorlage, weil es gar keine (langfristig) funktionierende Vorlage geben kann. Jede Stellenausschreibung bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Also müssen deine Nachrichten immer angepasst werden. Oder würdest du auf eine offensichtliche Massenmail enthusiastisch reagieren? Wie steigerst du mit einer individuellen Note, die Antwortrate auf deine Anfragen enorm? Auch hier gilt natürlich, dass nicht alles für jeden funktioniert. Finde deinen eigenen Stil!

    4. Den Talentpool aufbauen

    Im Idealfall verfügt dein Unternehmen längst über einen Talentpool. Darunter zählen alle Menschen, die schon mal in irgendeiner Form mit deinem Unternehmen verbunden waren: ehemalige Praktikant:innen und Werkstudent:innen, Kooperationspartner oder Kontakte von Fachmessen sein. Für dich sehr praktisch, denn hier hast du die Kontaktdaten schon in der Hand. Und dein Unternehmen hat, dank klugem Employer Branding, längst einen positiven Eindruck hinterlassen.

    5. Kostenpflichtige Tools einsetzen

    Ganz ohne Investitionen geht es kaum. Aber die lohnen sich. Mit den Klassikern „LinkedIn Recruiter“ und dem „Xing Talentmanager“ bist du schon sehr gut aufgestellt. Vor allem im Tool-Bereich gibt es auch immer wieder spannende Neuerung, die dir die Arbeit erleichtern. “Talentwunder” z.B. bietet dir Zugang zu mehr als 1 Mrd. Profilen aus über 30 Recruiting-relevanten Netzwerken. Behalte diese Entwicklungen im Blick, denn auch im Recruiting-Bereich ändern sich gut funktionierende Prozesse immer schneller.

    Fazit

    Was früher als “Abwerben” verpönt war, wird als Active Sourcing die Zukunft vieler Personaler:innen bestimmen. Das ist eine große Veränderung, aber kein unlösbares Problem. Sei dir bewusst, wer deine Zielgruppe ist. Baue mit Individualität Vertrauen auf. Behalte Neuerung im Bereich Social-Media-Plattformen und Nischenkanäle im Blick. Das sind die Leitlinien für deine erfolgreichen Active Sourcing-Strategien 2022. Noch mehr praxiserprobtes Expertenwissen erwartet dich natürlich auf der DRX.

    Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Jagd nach den besten Mitarbeiter:innen!

    Mehr Themen wie dieses erfährst du auf der DRX am 09. und 10. März 2023 in Düsseldorf!

    FAQ

    Was ist Active Sourcing?

    Active Sourcing beschreibt eine Strategie zur Mitarbeiter:innen-Gewinnung. Dabei werden vielversprechende Kandidat:innen gezielt angesprochen, auch wenn sie sich in einem Arbeitsverhältnis befinden. Aber vergiss nicht, hier Diskretion walten zu lassen!

    Wie sieht ein Active Sourcing-Anschreiben aus?

    So individuell wie das Bewerberprofil, das du besetzten möchtest. Mit standardisierten Massenmails wirst du keine stark umworbenen Fachkräfte zum Jobwechsel animieren. Stelle die Benefits deines Angebots klar heraus und erkläre, warum dein Unternehmen die bessere Wahl ist – abseits des Gehalts.

    Was müssen Personaler:innen beim Active Sourcing beachten?

    Sei empathisch und einzigartig. Jetzt bist du in der Position eines Bewerbenden. Vertrauen zu deinen Kandidat:innen aufbauen, ist das A & O. Viele Menschen sind potenziell bereit, ihre Anstellung zu wechseln: Respektiere aber in jedem Fall ihren Wunsch nach Diskretion, auch wenn ihr euch nicht einig werdet.

  • Mitarbeitermotivation ist wichtig! Unsere 8 Tipps

    Mitarbeitermotivation ist wichtig! Unsere 8 Tipps

    Hast du dich schon mal gefragt, wie du die Motivation bei deinen Mitarbeitern:innen steigern kannst? Mitarbeitermotivation ist leider ein häufig unterschätzter Punkt, obwohl es sich um ein wichtiges Instrument der Unternehmens- und Erfolgskultur handelt. In diesem Artikel gehen wir auf die folgenden Fragen ein:

    • Was ist Mitarbeitermotivation?
    • Wie steigert man die Motivation von Mitarbeitern:innen?
    • Welche Maßnahmen bzw. Instrumente zur Motivationssteigerung gibt es?

    Definition: Mitarbeitermotivation

    Gibt es eine genaue Definition von Mitarbeitermotivation? Im Netz sind wir auf diese Definition aus dem Gabler Wirtschaftslexikon gestoßen:

    „Einflussnahme der Führungskraft bzw. des Unternehmens auf den oder die Mitarbeiter:in, um diesen zu bewegen, sein Leistungsverhalten und/oder seine Leistungsergebnisse beizubehalten, weiterzuentwickeln oder (grundlegend) zu ändern“

    (Gabler Wirtschaftslexikon)

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Arbeitgeber seine Mitarbeiter:innen auf verschiedenen Ebenen motivieren sollte um diese langfristig an seine Arbeit zu binden. Kurz gesagt, der Arbeitnehmer hat Spaß an seiner Arbeit und verhilft so seinem Unternehmen zu mehr Erfolg. Aber wie schafft man es als Arbeitgeber seine Mitarbeiter:innen nachhaltig zu motivieren? Um diese Frage zu beantworten, sollte man erst einmal einen Blick auf die zwei Formen der Motivation werfen. Die intrinsische und die extrinsische Motivation.

    Extrinsische Motivation

    Als extrinsische Motivation versteht man äußere Anreize. In unserem Fall wird der Arbeitnehmer von außen her angeregt um zu handeln. Dabei kann Extrinsische Motivation sowohl zur Bestrafung, als auch zur Belohnung genutzt werden. So kann beispielsweise ein Arbeitgeber eine Abmahnung geben, wenn bestimmte Ziele nicht erreicht werden. Hier „motiviert die Strafe“ den Arbeitnehmer zum handeln. Andersherum kann ein Arbeitgeber auch finanzielle Anreize, Belohnungen, Lob, Anerkennung oder Wertschätzung vergeben um seine Mitarbeiter:innen zu motivieren.

    Intrinsische Motivation

    Im Gegensatz zu der extrinsischen Motivation steht die intrinsische Motivation. Hier entsteht der Impuls zum Arbeiten von Innen. Sie entsteht, wenn eine Tätigkeit dein Interesse weckt, eine Sinn für dich beinhaltet, mit deinen Werten übereinstimmt oder dir schlicht und einfach Spaß bereitet.

    Arbeitgeber können einen großen Beitrag dazu leisten, die Mitarbeitermotivation zu steigern. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass extrinsische Motivation häufig nur von kurzer Dauer ist. Wesentlich nachhaltiger für den Erfolg des Unternehmens wirkt sich die intrinsische Motivation der Mitarbeiter:innen aus. Zwischen der Arbeit und den Arbeitnehmern muss es zu einer emotionalen Bindung kommen. Der Arbeitnehmer muss von sich aus (von Innen) von seiner Arbeit überzeugt sein um einen möglichst großen Beitrag zu leisten.

    Mitarbeitermotivation steigern: Die 8 besten Instrumente und Tipps zur Motivationssteigerung

    Die intrinsische Motivation lässt sich von außen nur sehr schwer beeinflussen. Doch mit Hilfe von verschieden Methoden lässt sich ein geeigneter Rahmen für eine gute Mitarbeitermotivation schaffen. Im folgenden stellen wir dir acht Tipps vor, wie sich die Mitarbeitermotivation steigern lässt:

    #1: Arbeitsatmosphäre

    Der wohl wichtigste Aspekt bei der Steigerung der Mitarbeitermotivation ist das Arbeitsklima. Eine positive Atmosphäre aus Teamgeist, ordentlicher Kommunikation, Vertrauen und Respekt sollte die Grundlage eines jeden Unternehmens sein. Je besser das Klima, desto motivierter die Mitarbeiter:innen.

    #2: Individuelle Gespräche

    Individuelle Gespräche zwischen Arbeitnehmern und Führungspersönlichkeiten sind nicht nur für die Kommunikation in einem Unternehmen wichtig, sondern auch für ein gutes Maß an Motivation. Dabei sollten regelmäßig Lob und Anerkennung in die Gespräche finden. Nichts motiviert Mitarbeiter:innen so sehr wie ernstgemeinte Anerkennung oder ein Kompliment über die Leistung. Jedoch sollte man dabei beachten, dass beide Aspekte nicht zum ständigen Gebrauch gedacht sind, sondern eher sparsam benutzt werden.

    #3: Teamevents

    Ob eine Spielerunde, ein gemeinsames Essen, eine Teamfahrt oder eine Party – Teamevents sind auf allen Ebenen möglich und lassen sich sehr gut ins Unternehmen implementieren. Es hilft dabei die Kollegen:innen besser kennenzulernen und gemeinsam abzuschalten. Hier soll Spaß im Vordergrund stehen und das Zusammengehörigkeitsgefühl ausgebaut werden. Solche Events motivieren zudem und steigern somit die allgemeine Arbeitsbegeisterung im Unternehmen.

    #4: Weiterbildung

    Eine Weiterbildung der Mitarbeiter:innen sollte im Interesse eines jeden Unternehmens stehen. Eine geschickte Förderung durch Schulungen, Fortbildungen oder Workshops verhilft beiden Parteien zu weiterem Erfolg und eignet sich perfekt zur Steigerung der Mitarbeitermotivation.

    #6: Sport

    Sport wird auch gerne als „aktive Mediation“ beschrieben. Sehr viele Menschen benutzen Sport um den Alltagsstress hinter sich zu lassen und entspannter durch den Tag zu kommen. Es bringt dir aber auch Ausgeglichenheit und Energie und verhilft zu einen gesünderen Lifestyle. Viele Unternehmen bieten daher vergünstigte Mitgliedschaften in Fitnessstudios oder Sportkursen an. Dazu kommt, dass sich Sport auch als Motivationsfaktor eignet: Wer sich viel bewegt und sportlich aktiv ist, arbeitet in der Regel konzentrierter und ist begeisterungsfähiger.

    #7 Arbeitszeit

    Unser siebter Tipp für die Steigerung der Mitarbeitermotivation sind flexible Arbeitszeiten. Sehr vielen Arbeitnehmern ist es wichtig sich ihre Zeit selber einzuteilen. Feste Arbeitszeiten bringen die Work-Life Balance schnell aus dem Gleichgewicht. Besonders seit Beginn der Corona-Pandemie, wo viele Unternehmen auf Homeoffice umgestellt haben, sind flexible Arbeitszeiten unabdingbar um Privatleben und Job unter einen Hut zu bekommen.

    #8 Werte

    Ein ganz wichtiger Tipp zur Mitarbeitermotivation zum Schluss. Jeder Mensch besitzt Werte nach denen er (unterbewusst) handelt. Um eine intrinsische Motivation zu erzeugen müssen sich die Werte der Unternehmens mit denen der Arbeitnehmer:innen überschneiden. Daher ist es wichtig bereits im Bewerbungsprozess darauf zu achten inwiefern der oder die Kandidat:in hinter den Werten des Unternehmens steht.

    Fazit: Das ABC der Mitarbeitermotivation

    Am Ende kannst du deine Mitarbeiter:innen mit vielen Tricks motivieren. Allerdings solltest du im Hinterkopf haben, dass die jeweilige Maßnahme auch zum jeweiligen bzw zur jeweiligen Mitarbeiter:in passen muss. Zum Beispiel spielen für ältere Mitarbeiter:innen mit Familie oft Aspekte wie Jobsicherheit und Co. eine größere Rolle, während sich bei jüngeren Arbeitnehmern:innen hingegen Mitarbeiter-Benefits eher anbieten. Am besten versuchst du einen guten Mix zu finden, dann kannst du die Mitarbeitermotivation im gesamten Team fördern und keiner bleibt auf der Strecke.

    Mehr Themen wie dieses erfährst du auf der DRX am 09. und 10. März 2023 in Düsseldorf!

    Warum ist die Motivation der Mitarbeiter:innen wichtig?

    Studien beweisen: Wer motiviert arbeitet, zeigt höhere Arbeitsleistungen, ist innovativer, fehlt seltener am Arbeitsplatz, macht weniger Fehler und bleibt länger im Unternehmen. Kurz gesagt: Motivierte Mitarbeiter:innen tragen zum Unternehmenserfolg bei.

    Was ist extrinsische Motivation?

    Als Extrinsische Motivation bezeichnet man äußere Anreize, die eine Motivation hervorheben. Beispielsweise wenn man Ziel x erreicht bekommt man eine finanzielle Belohnung y. Dann dient die Belohnung als extrinsische Motivation.

    Was ist intrinsische Motivation?

    Als intrinsische Motivation bezeichnet man den Inneren Beweggrund eine Aufgabe zu erledigen. Um die intrinsische Motivation zu „aktivieren“ muss diese Aufgabe dein Interesse wecken, die Spaß bereiten, mit deinen Werten übereinstimmen und sinnhaft für dich sein.

  • Mitarbeiterbindung: Wie halte ich gute Angestellte?

    Mitarbeiterbindung: Wie halte ich gute Angestellte?

    Definition: Was ist Mitarbeiterbindung?

    Die Mitarbeiterbindung beschreibt den Zusammenhalt des Unternehmens und der einzelnen Mitarbeiter:innen. Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung helfen Unternehmen dabei, ihre Angestellten mittel- bis langfristig an sich zu binden. Hier ist es vor allen Dingen wichtig, Leistungsträger im Unternehmen zu halten, um den Erfolg des Unternehmens zu gewährleisten. Die Instrumente zur Mitarbeiterbindung geben im besten Fall positive Anreize, um den Arbeitnehmer:in vom Bleiben zu überzeugen oder gar nicht erst zu der Überlegung bringen, das Unternehmen zu wechseln.

    Was bringt mir die Mitarbeiterbindung?

    Gute Mitarbeiter:innen zu finden ist in den letzten Jahren immer schwieriger geworden. Vor rund einem Jahrzehnt waren es noch die Unternehmen, die aus Hunderten von Bewerbern:innen den oder die Passende aussuchen konnten. Heute sind es die Bewerber:innen, die sich genau den Arbeitgeber aussuchen können, den sie am überzeugendsten finden. Der nächste Schritt ist dann, diese Mitarbeiter:innen bei sich zu halten, während sie in Zeiten der sozialen Netzwerke laufend Angebote von anderen Unternehmen bekommen. Darum ist es wichtig, sich gerade als Arbeitgeber Gedanken um die Mitarbeiterbindung zu machen. Das bringt zudem viele weitere Vorteile:

    • Die Fluktuation im Unternehmen wird gering gehalten
    • Das Employer Branding wird verbessert, da man sich sowohl nach innen als auch nach außen als attraktiver Arbeitgeber positioniert
    • Die Bereitschaft der Mitarbeiter:innen das Unternehmen weiter zu empfehlen wird erhöht
    • Die Arbeitsatmosphäre im Unternehmen wird verbessert
    • Die Produktivität der Mitarbeiter:innen wird gesteigert
    • Die Trennungskosten, die mit dem Abgang eines Mitarbeiters:in aufkommen, werden verringert

    Mitarbeiterbindung aus Sicht der Mitarbeiter:innen

    Die Mitarbeiterbindung funktioniert in einem Unternehmen dann, wenn die Bedürfnisse und Anforderungen jedes einzelnen Mitarbeiters:in vom Unternehmen erfüllt werden. Welche das sind, ist von Mitarbeiter:in zu Mitarbeiter:in unterschiedlich. So ist einigen ein gutes Einkommen wichtig, während andere der persönliche Kontakt zu den Kollegen:innen wichtig ist.

    Alle Instrumente der Mitarbeiterbindung sollten deswegen aus unterschiedlichen Maßnahmen bestehen. Diese lassen sich grob in drei Bereiche aufteilen: Rahmenbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und formale Regelungen.

    RAHMENBEDINGUNGEN

    Zu den Rahmenbedingungen der Mitarbeiterbindung können folgende Punkte gehören:

    • Image des Unternehmens
    • Betriebsklima
    • Größe des Unternehmens
    • Verhalten von Führungskräften
    • Teamgeist
    • Verhalten von Kollegen:innen
    • Technik
    • Betriebsrestaurant

    ENTWICKLUNGSMÖGLICHKEITEN

    Auch die Entwicklungsmöglichkeiten sind für die Mitarbeiterbindung entscheiden, da viele Angestellte auch an ihre Zukunft in einem Unternehmen denken. Für die Entwicklungsmöglichkeiten können folgende Dinge wichtig sein:

    • Aufgaben
    • Weiterbildung
    • Anerkennung der Leistungen
    • Work-Life-Balance
    • Verantwortung

    FORMALE REGELUNGEN

    Zudem gibt es einige zusätzliche Rahmenbedingungen, die ebenfalls überzeugende Argumente liefern, warum ein Mitarbeiter:in im Unternehmen bleiben sollte:

    • flexible Arbeitszeiten
    • Altersvorsorge
    • unbefristeter Arbeitsvertrag
    • Homeoffice-Regelung
    • Job-Ticket
    • Urlaubstage

    Mitarbeiterbindung zur Verbesserung des Unternehmens-Image

    Wer in die Maßnahmen und Instrumente der Mitarbeiterbindung investiert, tut nicht nur seinen Mitarbeitern:innen was Gutes. Auch das Unternehmen als Marke kann sehr davon profitieren. Wenn deine Mitarbeiter:innen sich in deinem Unternehmen wohlfühlen, weil sie besondere Benefits bekommen oder für ihre Arbeit wertgeschätzt werden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie das Unternehmen als Arbeitgeber weiterempfehlen. Das ist besonders dann praktisch, wenn händeringend nach einem Mitarbeiter:in in einer bestimmten Position gesucht wird. Zufriedene Mitarbeiter:innen werden dann eher in ihrem Netzwerk nach geeigneten Bewerbern suchen. Auch für Online-Bewertungsplattformen, wie Kununu ist es natürlich nur von Vorteil, wenn du dich als Arbeitgeber positiv präsentierst. So geben Arbeitnehmer online positive Bewertungen ab und deine Chancen stehen höher, weitere gute Mitarbeiter:innen zu bekommen. Mitarbeiterbindung ist also für beide Seiten sehr profitabel.

    Selektive Mitarbeiterbindung

    Zur Wahrheit jedes Unternehmers gehört aber auch, dass nicht jeder Mitarbeiter:in es vielleicht wert ist, im Unternehmen gehalten werden. Das klingt vielleicht hart, doch es gibt nun mal in fast jedem Unternehmen die Leistungsträger, die einen großen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens beitragen und die Mitarbeiter:innen, die zwar ihre Arbeit machen, aber die sehr austauschbare Fähigkeiten haben. Verlassen diese ein Unternehmen, wird man schnell Ersatz finden. Bricht jedoch einer der Leistungsträger:in weg, wird das für ein Unternehmen eventuell sehr kritisch, da wertvolle Expertise verloren geht. Zudem entsteht ein riesiger Zeit- und Kostenaufwand, wenn nach einem Nachfolger:in gesucht werden muss. Folgende Mitarbeiter:innen sind es daher besonders wert, gehalten zu werden:

    • Leistungsträger:innen: Das sind die Top-Performer:innen, die elementar zum Erfolg deines Unternehmens beitragen
    • Talente: Junge Nachwuchskräfte, die hohes Potenzial aufweisen
    • Spezialisten:innen: Mitarbeiter:innen mit besonderen Fähigkeiten und Kenntnissen, die am Markt nur schwer zu finden sind.

    VORGEHEN BEI DER SELEKTIVEN MITARBEITERBINDUNG

    Wichtig für die selektive Mitarbeiterbindung ist, dass du die Leistungsträger auch erkennst. Das funktioniert nur dann, wenn du deinem Personal genaue Aufmerksamkeit schenkst. Als Führungskraft musst du dir ein umfassendes Bild über dein Personal machen. Da reicht es nicht, nur an einem Tag die Leistungen zu beurteilen. Der Prozess kann schon mal einige Zeit in Anspruch nehmen. Folgende Fragen können dann bei der Identifikation der Leitungsträger helfen:

    • Welche Mitarbeitern:innen liefern immer hervorragende Arbeit ab?
    • Welche Mitarbeiter:innen sind für den Erfolg des Unternehmens entscheidend?
    • Wo findet die größte Wertschöpfung statt?
    • Welche Mitarbeiter:innen könnten auch Aufgaben mit größerer Verantwortung übernehmen?

    Maßnahmen und Instrumente zur Mitarbeiterbindung

    Grundsätzlich gilt: Je individueller die Maßnahmen auf die Mitarbeiter:innen zugeschnitten sind, desto stärker haben diese das Gefühl wertgeschätzt zu werden. Das beginnt bei flexiblen Arbeitsmodellen wie Homeoffice, Teilzeitarbeit oder der Möglichkeit, ein Sabbatjahr einzulegen. Mittlerweile bieten sehr viele Unternehmen bereits eine Basis-Verpflegung aus Wasser, Obst und Kaffee im Büro an, was bei den meisten Arbeitnehmern auch sehr positiv angenommen wird. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Instrumente und Maßnahmen, die zur Mitarbeiterbindung beitragen können.

    1. FEEDBACK-KULTUR FÖRDERN

    Was häufig als Maßnahme zur Mitarbeiterbindung außer Acht gelassen oder unterschätzt wird, ist eine lebendige Feedback-Kultur. Denn wer nicht offen vor seinem Vorgesetzten aussprechen kann, was ihn oder sie stört, wird auch Dauer sehr unzufrieden werden – und das, ohne dass jemand der Vorgesetzten etwas davon merkt. Wenn dann jemand bereits auf der Suche nach einem anderen Job ist, ist es meistens für das Unternehmen schon zu spät, um ihn wieder zurück zu holen.

    Wer seine Mitarbeiter:innen also regelmäßig nach ihrer Meinung fragt, kann Problemen und Unzufriedenheiten frühzeitig entgegenwirken und somit das Verlassen des Unternehmens verhindern. Fragen nach der Meinung müssen auch nicht immer bei einem offiziellen Meeting oder Mitarbeitergesprächen besprochen werden. Oft fühlen sich Mitarbeiter:innen wohler, wenn man sie spontan beim Kaffee trinken oder beim Mittagessen fragt, ob sie sich wohl fühlen oder ob es momentan etwas gibt, was sie belastet.

    2. FLEXIBLES ARBEITEN ERMÖGLICHEN

    In vielen Unternehmen wird es immer noch als positiv angesehen und wertgeschätzt, wenn die Mitarbeiter:innen im Unternehmen erscheinen. Homeoffice wird hingegen misstrauisch angesehen und den Mitarbeitern:innen, die gerne im Homeoffice sind vorgeworfen, dass sie nicht arbeiten.

    Wer aber auf Dauer seinen Mitarbeitern:innen misstrauisch gegenüber steht,  wird kein Vertrauen zu diesen aufbauen können und andersherum genauso. Eine Möglichkeit, um hier einen Kompromiss zu finden ist es, durch Integrität und gute Leistungen in Unternehmen, flexiblere Arbeitszeiten und Homeoffice zu ermöglichen – quasi als Vertrauensbonus. Das gibt Mitarbeitern:innen das Gefühl, dass sie wertgeschätzt werden. Hier gilt es aber, mit Vorsicht vorzugehen: Wer dem einen Homeoffice erlaubt und dem andere nicht, etabliert eventuell eine Neidkultur. Auf der anderen Seite kann das aber auch antreiben. Hier gilt es also eine gute Balance zu finden.

    3. FÖRDERUNG ANBIETEN

    Gerade für die jüngere Generation an Arbeitnehmern spielen Weiterbildungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle bei der Jobsuche. Nachwuchstalente wollen eben nicht nur arbeiten, wie beispielsweise ein Großteil der älteren Arbeitnehmergeneration. Lieber wollen sie sich weiterentwickeln, ihre Interessen vertiefen, Kenntnisse ausbauen und so ihre eigene Position auf dem Arbeitsmarkt aufwerten.

    Wenn man als Unternehmen also junge Talente für sich gewinnen möchte, sollte man ihnen die Möglichkeit von individuellen Weiterbildungen anbieten. Sonst suchen sich diese schnell diese Weiterbildungsmöglichkeit bei anderen Arbeitgebern.

    4. ANGENEHMES ARBEITSUMFELD

    Damit die Mitarbeiter:innen auch gerne ins Büro kommen, ist es vielen auch wichtig, dass das Arbeitsumfeld ein angenehmes ist. Beispielsweise, dass die Büroräume hell sind, es Sitzmöglichkeiten zum Entspannen gibt und das die Büroausstattung ein angenehmes Arbeiten ermöglicht. Viele Mitarbeiter:innen freuen sich auch, wenn sie kostenlosen Kaffee oder Getränke bekommen und sich nicht selbst um diese kümmern müssen. All das sind nur Beispiele dafür, wie sich Mitarbeiter:innen noch mehr freuen können, zur Arbeit zu kommen und wie das Arbeiten im Büro noch angenehmer ist und mehr Spaß macht. Im ersten Moment scheint das zwar nicht so wichtig zu sein, wie das Gehalt oder die Anzahl der Urlaubstage, aber auf Dauer kann sich sowas deutlich auf die Stimmung der Mitarbeiter:innen auswirken. Hier gilt es also, auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen einzugehen und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem man sich selbst wohl fühlt.

    5. RICHTIGE MITARBEITERFÜHRUNG

    Nicht selten kommt es vor, das Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, weil sie mit ihrem Vorgesetzten nicht zurecht kommen. Hier gilt es als Geschäftsführer:in darauf zu achten, dass die Personalsituation angenehm und positiv ist. Dafür gibt es viele verschiedene Maßnahmen, welche die eigene Führungsqualität als verbessern und die Mitarbeiterbindung somit fördern können. Zum einen hilft eine offene Kommunikationskultur dabei, respektvoll und vertrauensvoll miteinander umzugehen. Führen heißt eben nicht nur Anweisungen geben, sondern auch auf die Mitarbeiter:innen einzugehen und auf deren Wünsche und Probleme zu hören. Wichtig ist zudem, den einzelnen Mitarbeitern:innen regelmäßig Feedback zu ihrer Arbeit zu geben und immer wieder zu zeigen, dass man die Arbeit des Mitarbeiters:in respektiert und schätzt. Wer sonst immer nur Negatives zu hören bekommt, fühlt sich auf Dauer demotiviert, was langfristig zu einem Jobwechsel führen kann.

    Fazit

    Es gibt viele Maßnahmen und Instrumente, wie man die Mitarbeiterbindung verbessern kann. Wichtig ist vor allem, dass man seinen Mitarbeitern:innen zuhört und individuell auf Wünsche und Probleme eingeht. Zudem gibt es auch einige Rahmenbedingungen, die für viele Mitarbeiter:innen wichtig sind, wie beispielsweise flexibel Arbeitsmodelle und Weiterbildungsmöglichkeiten. Wenn man diese von Anfang an anbietet, wird es direkt leichter neue Mitarbeiter:innen zu finden und diese auch dauerhaft zu halten.

    Mehr Themen wie dieses erfährst du auf der DRX am 09. und 10. März 2023 in Düsseldorf!

    Was versteht man unter Mitarbeiterbindung?

    Die Mitarbeiterbindung meint den Zusammenhalt des Unternehmens und des Mitarbeiters:in. Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung helfen Unternehmen dabei, ihre Angestellten mittel- bis langfristig an sich zu binden. Zeitgleich fördern sie die Motivation der Mitarbeitenden.

    Wie bindet man Mitarbeiter:innen an das Unternehmen?

    Es gilt die Faustformel: Je individueller die Maßnahmen auf die Mitarbeiter:innen zugeschnitten sind, desto stärker haben diese das Gefühl wertgeschätzt zu werden. Als attraktiv gelten flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice, Teilzeitarbeit oder die Möglichkeit, ein Sabbatjahr einzulegen. Mittlerweile bieten zudem viele Unternehmen bereits eine Basis-Verpflegung aus Wasser, Obst und Kaffee im Büro an. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Instrumente und Maßnahmen, die positiv zur Mitarbeiterbindung beitragen können

    Warum ist Mitarbeiterbindung so wichtig?

    Zuverlässige und qualifizierte Mitarbeiter:innen zu finden ist in den letzten Jahren immer schwieriger geworden. Vor einigen Jahren waren es noch die Unternehmen, die aus Hunderten von Bewerbern:innen den oder die Passende:n aussuchen konnten. Heute sind es meistens die Bewerber:innen, die sich genau den Arbeitgeber aussuchen können, den sie am überzeugendsten finden.