Gute Mitarbeiter:innen finden ist eine Sache - diese auch zu halten eine andere

Mitarbeiterbindung: Wie halte ich gute Angestellte?

Mitarbeiterbindung

Jeder Arbeitgeber sollte sich mit der Mitarbeiterbindung in seinem Unternehmen und den dazu passenden Instrumenten und Maßnahmen beschäftigen. © Daniel - stock.adobe.com

Inhaltsverzeichnis
Damit dein Unternehmen langfristig erfolgreich werden kann, braucht es neben einer guten Geschäftsidee vor allem eins: richtig gute Mitarbeiter. Diese zu finden ist schon eine Herausforderung. Was aber noch viel wichtiger ist: Du musst diese auch halten können. Mitarbeiterbindung ist deswegen ein Thema, mit dem sich jeder Arbeitgeber beschäftigen sollte. Wir sagen dir, worauf es bei der Mitarbeiterbindung ankommt und wie du richtig gute Mitarbeiter bei dir hältst.

Definition: Was ist Mitarbeiterbindung?

Die Mitarbeiterbindung beschreibt den Zusammenhalt des Unternehmens und der einzelnen Mitarbeiter:innen. Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung helfen Unternehmen dabei, ihre Angestellten mittel- bis langfristig an sich zu binden. Hier ist es vor allen Dingen wichtig, Leistungsträger im Unternehmen zu halten, um den Erfolg des Unternehmens zu gewährleisten. Die Instrumente zur Mitarbeiterbindung geben im besten Fall positive Anreize, um den Arbeitnehmer:in vom Bleiben zu überzeugen oder gar nicht erst zu der Überlegung bringen, das Unternehmen zu wechseln.

Was bringt mir die Mitarbeiterbindung?

Gute Mitarbeiter:innen zu finden ist in den letzten Jahren immer schwieriger geworden. Vor rund einem Jahrzehnt waren es noch die Unternehmen, die aus Hunderten von Bewerbern:innen den oder die Passende aussuchen konnten. Heute sind es die Bewerber:innen, die sich genau den Arbeitgeber aussuchen können, den sie am überzeugendsten finden. Der nächste Schritt ist dann, diese Mitarbeiter:innen bei sich zu halten, während sie in Zeiten der sozialen Netzwerke laufend Angebote von anderen Unternehmen bekommen. Darum ist es wichtig, sich gerade als Arbeitgeber Gedanken um die Mitarbeiterbindung zu machen. Das bringt zudem viele weitere Vorteile:

  • Die Fluktuation im Unternehmen wird gering gehalten
  • Das Employer Branding wird verbessert, da man sich sowohl nach innen als auch nach außen als attraktiver Arbeitgeber positioniert
  • Die Bereitschaft der Mitarbeiter:innen das Unternehmen weiter zu empfehlen wird erhöht
  • Die Arbeitsatmosphäre im Unternehmen wird verbessert
  • Die Produktivität der Mitarbeiter:innen wird gesteigert
  • Die Trennungskosten, die mit dem Abgang eines Mitarbeiters:in aufkommen, werden verringert

Mitarbeiterbindung aus Sicht der Mitarbeiter:innen

Die Mitarbeiterbindung funktioniert in einem Unternehmen dann, wenn die Bedürfnisse und Anforderungen jedes einzelnen Mitarbeiters:in vom Unternehmen erfüllt werden. Welche das sind, ist von Mitarbeiter:in zu Mitarbeiter:in unterschiedlich. So ist einigen ein gutes Einkommen wichtig, während andere der persönliche Kontakt zu den Kollegen:innen wichtig ist.

Alle Instrumente der Mitarbeiterbindung sollten deswegen aus unterschiedlichen Maßnahmen bestehen. Diese lassen sich grob in drei Bereiche aufteilen: Rahmenbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und formale Regelungen.

RAHMENBEDINGUNGEN

Zu den Rahmenbedingungen der Mitarbeiterbindung können folgende Punkte gehören:

  • Image des Unternehmens
  • Betriebsklima
  • Größe des Unternehmens
  • Verhalten von Führungskräften
  • Teamgeist
  • Verhalten von Kollegen:innen
  • Technik
  • Betriebsrestaurant

ENTWICKLUNGSMÖGLICHKEITEN

Auch die Entwicklungsmöglichkeiten sind für die Mitarbeiterbindung entscheiden, da viele Angestellte auch an ihre Zukunft in einem Unternehmen denken. Für die Entwicklungsmöglichkeiten können folgende Dinge wichtig sein:

  • Aufgaben
  • Weiterbildung
  • Anerkennung der Leistungen
  • Work-Life-Balance
  • Verantwortung

FORMALE REGELUNGEN

Zudem gibt es einige zusätzliche Rahmenbedingungen, die ebenfalls überzeugende Argumente liefern, warum ein Mitarbeiter:in im Unternehmen bleiben sollte:

  • flexible Arbeitszeiten
  • Altersvorsorge
  • unbefristeter Arbeitsvertrag
  • Homeoffice-Regelung
  • Job-Ticket
  • Urlaubstage

Mitarbeiterbindung zur Verbesserung des Unternehmens-Image

Wer in die Maßnahmen und Instrumente der Mitarbeiterbindung investiert, tut nicht nur seinen Mitarbeitern:innen was Gutes. Auch das Unternehmen als Marke kann sehr davon profitieren. Wenn deine Mitarbeiter:innen sich in deinem Unternehmen wohlfühlen, weil sie besondere Benefits bekommen oder für ihre Arbeit wertgeschätzt werden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie das Unternehmen als Arbeitgeber weiterempfehlen. Das ist besonders dann praktisch, wenn händeringend nach einem Mitarbeiter:in in einer bestimmten Position gesucht wird. Zufriedene Mitarbeiter:innen werden dann eher in ihrem Netzwerk nach geeigneten Bewerbern suchen. Auch für Online-Bewertungsplattformen, wie Kununu ist es natürlich nur von Vorteil, wenn du dich als Arbeitgeber positiv präsentierst. So geben Arbeitnehmer online positive Bewertungen ab und deine Chancen stehen höher, weitere gute Mitarbeiter:innen zu bekommen. Mitarbeiterbindung ist also für beide Seiten sehr profitabel.

Selektive Mitarbeiterbindung

Zur Wahrheit jedes Unternehmers gehört aber auch, dass nicht jeder Mitarbeiter:in es vielleicht wert ist, im Unternehmen gehalten werden. Das klingt vielleicht hart, doch es gibt nun mal in fast jedem Unternehmen die Leistungsträger, die einen großen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens beitragen und die Mitarbeiter:innen, die zwar ihre Arbeit machen, aber die sehr austauschbare Fähigkeiten haben. Verlassen diese ein Unternehmen, wird man schnell Ersatz finden. Bricht jedoch einer der Leistungsträger:in weg, wird das für ein Unternehmen eventuell sehr kritisch, da wertvolle Expertise verloren geht. Zudem entsteht ein riesiger Zeit- und Kostenaufwand, wenn nach einem Nachfolger:in gesucht werden muss. Folgende Mitarbeiter:innen sind es daher besonders wert, gehalten zu werden:

  • Leistungsträger:innen: Das sind die Top-Performer:innen, die elementar zum Erfolg deines Unternehmens beitragen
  • Talente: Junge Nachwuchskräfte, die hohes Potenzial aufweisen
  • Spezialisten:innen: Mitarbeiter:innen mit besonderen Fähigkeiten und Kenntnissen, die am Markt nur schwer zu finden sind.

VORGEHEN BEI DER SELEKTIVEN MITARBEITERBINDUNG

Wichtig für die selektive Mitarbeiterbindung ist, dass du die Leistungsträger auch erkennst. Das funktioniert nur dann, wenn du deinem Personal genaue Aufmerksamkeit schenkst. Als Führungskraft musst du dir ein umfassendes Bild über dein Personal machen. Da reicht es nicht, nur an einem Tag die Leistungen zu beurteilen. Der Prozess kann schon mal einige Zeit in Anspruch nehmen. Folgende Fragen können dann bei der Identifikation der Leitungsträger helfen:

  • Welche Mitarbeitern:innen liefern immer hervorragende Arbeit ab?
  • Welche Mitarbeiter:innen sind für den Erfolg des Unternehmens entscheidend?
  • Wo findet die größte Wertschöpfung statt?
  • Welche Mitarbeiter:innen könnten auch Aufgaben mit größerer Verantwortung übernehmen?

Maßnahmen und Instrumente zur Mitarbeiterbindung

Grundsätzlich gilt: Je individueller die Maßnahmen auf die Mitarbeiter:innen zugeschnitten sind, desto stärker haben diese das Gefühl wertgeschätzt zu werden. Das beginnt bei flexiblen Arbeitsmodellen wie Homeoffice, Teilzeitarbeit oder der Möglichkeit, ein Sabbatjahr einzulegen. Mittlerweile bieten sehr viele Unternehmen bereits eine Basis-Verpflegung aus Wasser, Obst und Kaffee im Büro an, was bei den meisten Arbeitnehmern auch sehr positiv angenommen wird. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Instrumente und Maßnahmen, die zur Mitarbeiterbindung beitragen können.

1. FEEDBACK-KULTUR FÖRDERN

Was häufig als Maßnahme zur Mitarbeiterbindung außer Acht gelassen oder unterschätzt wird, ist eine lebendige Feedback-Kultur. Denn wer nicht offen vor seinem Vorgesetzten aussprechen kann, was ihn oder sie stört, wird auch Dauer sehr unzufrieden werden – und das, ohne dass jemand der Vorgesetzten etwas davon merkt. Wenn dann jemand bereits auf der Suche nach einem anderen Job ist, ist es meistens für das Unternehmen schon zu spät, um ihn wieder zurück zu holen.

Wer seine Mitarbeiter:innen also regelmäßig nach ihrer Meinung fragt, kann Problemen und Unzufriedenheiten frühzeitig entgegenwirken und somit das Verlassen des Unternehmens verhindern. Fragen nach der Meinung müssen auch nicht immer bei einem offiziellen Meeting oder Mitarbeitergesprächen besprochen werden. Oft fühlen sich Mitarbeiter:innen wohler, wenn man sie spontan beim Kaffee trinken oder beim Mittagessen fragt, ob sie sich wohl fühlen oder ob es momentan etwas gibt, was sie belastet.

2. FLEXIBLES ARBEITEN ERMÖGLICHEN

In vielen Unternehmen wird es immer noch als positiv angesehen und wertgeschätzt, wenn die Mitarbeiter:innen im Unternehmen erscheinen. Homeoffice wird hingegen misstrauisch angesehen und den Mitarbeitern:innen, die gerne im Homeoffice sind vorgeworfen, dass sie nicht arbeiten.

Wer aber auf Dauer seinen Mitarbeitern:innen misstrauisch gegenüber steht,  wird kein Vertrauen zu diesen aufbauen können und andersherum genauso. Eine Möglichkeit, um hier einen Kompromiss zu finden ist es, durch Integrität und gute Leistungen in Unternehmen, flexiblere Arbeitszeiten und Homeoffice zu ermöglichen – quasi als Vertrauensbonus. Das gibt Mitarbeitern:innen das Gefühl, dass sie wertgeschätzt werden. Hier gilt es aber, mit Vorsicht vorzugehen: Wer dem einen Homeoffice erlaubt und dem andere nicht, etabliert eventuell eine Neidkultur. Auf der anderen Seite kann das aber auch antreiben. Hier gilt es also eine gute Balance zu finden.

3. FÖRDERUNG ANBIETEN

Gerade für die jüngere Generation an Arbeitnehmern spielen Weiterbildungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle bei der Jobsuche. Nachwuchstalente wollen eben nicht nur arbeiten, wie beispielsweise ein Großteil der älteren Arbeitnehmergeneration. Lieber wollen sie sich weiterentwickeln, ihre Interessen vertiefen, Kenntnisse ausbauen und so ihre eigene Position auf dem Arbeitsmarkt aufwerten.

Wenn man als Unternehmen also junge Talente für sich gewinnen möchte, sollte man ihnen die Möglichkeit von individuellen Weiterbildungen anbieten. Sonst suchen sich diese schnell diese Weiterbildungsmöglichkeit bei anderen Arbeitgebern.

4. ANGENEHMES ARBEITSUMFELD

Damit die Mitarbeiter:innen auch gerne ins Büro kommen, ist es vielen auch wichtig, dass das Arbeitsumfeld ein angenehmes ist. Beispielsweise, dass die Büroräume hell sind, es Sitzmöglichkeiten zum Entspannen gibt und das die Büroausstattung ein angenehmes Arbeiten ermöglicht. Viele Mitarbeiter:innen freuen sich auch, wenn sie kostenlosen Kaffee oder Getränke bekommen und sich nicht selbst um diese kümmern müssen. All das sind nur Beispiele dafür, wie sich Mitarbeiter:innen noch mehr freuen können, zur Arbeit zu kommen und wie das Arbeiten im Büro noch angenehmer ist und mehr Spaß macht. Im ersten Moment scheint das zwar nicht so wichtig zu sein, wie das Gehalt oder die Anzahl der Urlaubstage, aber auf Dauer kann sich sowas deutlich auf die Stimmung der Mitarbeiter:innen auswirken. Hier gilt es also, auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen einzugehen und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem man sich selbst wohl fühlt.

5. RICHTIGE MITARBEITERFÜHRUNG

Nicht selten kommt es vor, das Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, weil sie mit ihrem Vorgesetzten nicht zurecht kommen. Hier gilt es als Geschäftsführer:in darauf zu achten, dass die Personalsituation angenehm und positiv ist. Dafür gibt es viele verschiedene Maßnahmen, welche die eigene Führungsqualität als verbessern und die Mitarbeiterbindung somit fördern können. Zum einen hilft eine offene Kommunikationskultur dabei, respektvoll und vertrauensvoll miteinander umzugehen. Führen heißt eben nicht nur Anweisungen geben, sondern auch auf die Mitarbeiter:innen einzugehen und auf deren Wünsche und Probleme zu hören. Wichtig ist zudem, den einzelnen Mitarbeitern:innen regelmäßig Feedback zu ihrer Arbeit zu geben und immer wieder zu zeigen, dass man die Arbeit des Mitarbeiters:in respektiert und schätzt. Wer sonst immer nur Negatives zu hören bekommt, fühlt sich auf Dauer demotiviert, was langfristig zu einem Jobwechsel führen kann.

Fazit

Es gibt viele Maßnahmen und Instrumente, wie man die Mitarbeiterbindung verbessern kann. Wichtig ist vor allem, dass man seinen Mitarbeitern:innen zuhört und individuell auf Wünsche und Probleme eingeht. Zudem gibt es auch einige Rahmenbedingungen, die für viele Mitarbeiter:innen wichtig sind, wie beispielsweise flexibel Arbeitsmodelle und Weiterbildungsmöglichkeiten. Wenn man diese von Anfang an anbietet, wird es direkt leichter neue Mitarbeiter:innen zu finden und diese auch dauerhaft zu halten.

Was versteht man unter Mitarbeiterbindung?

Die Mitarbeiterbindung meint den Zusammenhalt des Unternehmens und des Mitarbeiters:in. Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung helfen Unternehmen dabei, ihre Angestellten mittel- bis langfristig an sich zu binden. Zeitgleich fördern sie die Motivation der Mitarbeitenden.

Wie bindet man Mitarbeiter:innen an das Unternehmen?

Es gilt die Faustformel: Je individueller die Maßnahmen auf die Mitarbeiter:innen zugeschnitten sind, desto stärker haben diese das Gefühl wertgeschätzt zu werden. Als attraktiv gelten flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice, Teilzeitarbeit oder die Möglichkeit, ein Sabbatjahr einzulegen. Mittlerweile bieten zudem viele Unternehmen bereits eine Basis-Verpflegung aus Wasser, Obst und Kaffee im Büro an. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Instrumente und Maßnahmen, die positiv zur Mitarbeiterbindung beitragen können

Warum ist Mitarbeiterbindung so wichtig?

Zuverlässige und qualifizierte Mitarbeiter:innen zu finden ist in den letzten Jahren immer schwieriger geworden. Vor einigen Jahren waren es noch die Unternehmen, die aus Hunderten von Bewerbern:innen den oder die Passende:n aussuchen konnten. Heute sind es meistens die Bewerber:innen, die sich genau den Arbeitgeber aussuchen können, den sie am überzeugendsten finden.